Neue Version 0.5 ist online

Mit der ersten bebilderten Version war ich als solches nicht zufrieden. Die Idee mit den Bildern kam erst nachträglich und daher hat das insgesamt nicht ins Layout gepasst. Ebenso war die Qualität der Bilder nicht überzeugend.

Es gibt nun eine neue Version 0.5 – mit und ohne Bilder! Das Layout habe ich angepasst und die Bilder sind nun frei im Text und nicht in einer Tabelle. Ebenso besitzen die Bilder eine höhere Qualität. Dadurch wird das PDF etwas Grösser aber ich denke, dass dies im Jahr 2015 als Download vertretbar ist. Wenn man die Details besser erkennen kann, dann ergibt das schon Sinn.

Wie gehabt stehen beide Versionen – mit und ohne Bilder – unter Downloads zum kostenlosen runterladen bereit. Natürlich dürft ihr die Brauanleitung verteilen, kopieren und bearbeiten. Um letzteres zu erleichtern plane ich als nächstes eine reine Text Version und ggf. eine Version über Google Docs. Falls jemand daran Interesse hat genügt eine kurze Info.

Gut Sud!

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Testsud Brauprotokoll

Ein Brauvorgang sollte dokumentiert werden. Wichtig sind dabei nicht nur die Werte, sondern auch die Zeiten. Gerade für eine spätere Nachbetrachtung und zum sammeln von Erfahrungswerten ist dies sehr hilfreich. Das Brauprotokoll dient als Basis und in der Brauanleitung findet sich an jedem Schritt ein Feld um Datum und Uhrzeit zu notieren.

Natürlich haben wir das bei unserem Testsud auch gemacht! Die Daten werden hier nun aufgelistet und vielleicht ist dies eine ganz gute Richtlinie, wie lange so ein Brauprojekt von Schritt 1 bis 25 insgesamt dauert. Notiert wurde je der Startzeitpunkt:

Der Brautag: 13.01.15

1 – Einmaischen: 09.40 Uhr
2 – Rasten: 10.03 Uhr
3 – Aufheizen: 11.35 Uhr
4 – Läuterruhe: 11.47 Uhr
5 – Vorlauf: 12.14 Uhr
6 – Abläutern: 12.21 Uhr
7 – Nachgüsse: 12.25 Uhr
8 – Würzekochen: 12.40 Uhr
9 – Erste Messung: 12.44 Uhr
10 – Erste Hopfengabe: 13.37 Uhr
11 – Zweite Hopfengabe: 15.08 Uhr
12 – Whirlpool: 15.17 Uhr
13 – Messung der Stammwürze: 15.40 Uhr
14 – Hopfenseihen: 15.45 Uhr
15 – Abkühlen*: 16.00 Uhr
16 – Hefegabe: 22.35 Uhr
17 – Aufziehen: 23.05 Uhr

Weiterer Verlauf

18 – Gärstart: 14.01.15, 14.37 Uhr
19 – Kontrolle der Gärung: 14.01.15, 22:00 Uhr
20 – Messung des Restextrakt, 18.01.15, 16.58 Uhr
21 – Gärende: 21.01.15, 20.05 Uhr
22 – Umschlauchen: 23.01.15, 20.43 Uhr
23 – Abfüllen: 23.01.15, 21.05 Uhr
24 – Nachgärung: 23.01.15, 22.15 Uhr
25 – Reifung: 02.02.15, 17:30 Uhr

Die finale Trinkreife hatte das Bier nach ca. zwei Wochen Reifung im Kühlschrank.

*Bezüglich Schritt 15 muss man natürlich anfügen, dass hier die Temperatur im Januar ein Vorteil war. So konnte der Sud auf dem Balkon runter gekühlt werden. Im Sommer bitte hierbei über Nacht entsprechend mehr Zeit einplanen!

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Nachgärung, Zucker und das Reinheitsgebot

In den letzten Tagen gab es einige Rückmeldungen zum Thema Zucker. Es ging dabei um die Frage, warum zur Nachgärung des Bieres in der Flasche der Einsatz von Traubenzucker empfohlen wird. Ich möchte dazu eine kurze Rückmeldung geben.

Die Brauanleitung richtig sich explizit an „Erstbrauer“ und Anfänger. Ich sehe mich selber nach wie vor als Anfänger und mir sind für Hobbybrauer drei Wege bekannt, um ihr Bier zu karbonisieren:

  • Grünschlauchen
  • Zugabe von Speise
  • Zugabe von (Trauben)zucker

Grünschlauchen
Ich braue nun seit über 2 Jahren und habe dieses Verfahren noch nie angewendet. Um ehrlich zu sein fehlen mir dazu auch die genauen Details. Ich habe das Thema aber bisher so wahrgenommen, dass dieses Verfahren für Anfänger vollkommen ungeeignet ist. Ich beschäftige mich nicht mit diesem Verfahren.

Zugabe von Speise
Ich habe dieses Verfahren für die ersten 3-4 Sude angewendet. Im Grunde ist es keine grosse Sache. Jetzt kommt das Aber: Die Speise muss „sauber“ entnommen werden. Sie muss aufbewahrt werden (ok viele frieren sie ein!) und beim Abfüllen muss man die richtige Menge haben. An dieser Stelle lande ich immer bei drei Begriffen: einfach, sicher und genau! Das Thema Speise bedeutet zusätzliche Schritte und einen zusätzlichen Aufwand. Der ist nicht gross, aber das Bier einfach vergären zu lassen und dann mit Zucker zu karbonisieren ist in meinen Augen einfacher. Kommen wir zur Sicherheit: Ich hatte noch keine Probleme mit Speise, aber ich habe Fotos von explodierten Speisepullen gesehen und ich denke, dass niemand sowas will. Einen Anfänger schreckt das auch ab! Und dann noch die Genauigkeit. Ich hatte die Problematik, dass ich mal zu wenig Speise hatte und dann musste ich eh Zucker verwenden. Ebenso war das Karbonisieren des Bieres immer so eine Glücksache und oft am gewünschten Ergebnis vorbei. Die Genauigkeit dieser Variante fand ich schon schwierig. Das ist aber nur meine persönliche Sicht und Erfahrung!

Zugabe von Zucker
Ich verwende nur noch dieses Verfahren! Eben, weil ich es – gerade für Anfänger – für einfach, sicher und genau halte. Dadurch, dass ich einmal zu wenig Speise hatte, konnte ich auch einen genauen vergleich zwischen einem Bier mit Speise und einem mit Zucker probieren. Meiner Meinung nach ist kein Unterschied zu schmecken.

Die Verwendung von Zucker zur Karbonisierung hält den Prozess schlank. Ebenso kann man viel genauer karbonisieren und läuft nicht Gefahr zu viel oder zu wenig Speise zu haben. Daher war und bin ich mit dem Ergebnis immer zufrieden gewesen und daher empfehle ich dieses Verfahren im Rahmen meiner Anleitung.

Noch ein letzter Punkt: Das Reinheitsgebot! Ich bin kein Gegner, aber auch kein Befürworter des RHG. Das RHG hat eine Historie und stellt sicherlich eine wichtige Basis für das Hobby Bierbrauen dar. Die aktuelle Entwicklung finde ich aber auch schwierig, wenn das RHG eher als Marketinginstrument verwendet wird. Oder anders gesagt: Das RHG sollte keine Bremse für Kreativität sein. Meiner Meinung nach sollte jeder die Freiheit besitzen sein Bier zu brauen, wie er es möchte: RHG konform oder eben nicht. Laut meinem Kenntnisstand ist die Zugabe von Zucker in obergärigen Bieren zulässig*. Da meine Brauanleitung als Rezept ein obergäriges Bier als Ergebnis liefert, sehe ich hier ebenso kein weiteres Hindernis die Karbonisierung mit (Trauben)zucker zu empfehlen.

Gut Sud!

*Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bierstdb/gesamt.pdf

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