Umstieg auf Keg Fässer

Die meisten Brauanfänger starten damit, ihr eigenes Bier in Flaschen abzufüllen. Egal, ob man mit Bügelflaschen oder Kronenkorken arbeitet, ist dies eine bewährte Methode. Ich habe meine Biere lange in Flaschen abgefüllt. Mittlerweile nutze ich fast nur noch Kegs und habe pro Sud lediglich einen kleinen Überschuss, der noch in Flaschen landet. Den Wechsel zu Kegs haben für mich drei Faktoren getrieben:

  • Die Dauer des Abfüllens
  • Der Aufwand für das Reinigen der Flaschen
  • Die Karbonisierung des Bieres

20 Liter Bier in Flaschen oder in ein Keg zu füllen ist ein erheblicher zeitlicher Unterschied. Ebenso ist ein Keg schneller gereinigt, als die ganzen Flaschen. Bei einem Bier aus der Flasche ist die Karbonisierung oftmals zu hoch oder zu schwach. Mit einem Keg kann man hier später noch regulieren. Neben diesen Vorteilen hat der Umstieg zu Kegs aber auch Nachteile:

  • Recht hohe initiale Anschaffungskosten
  • Erheblicher Platzaufwand im Kühlschrank
  • Weniger Flaschen um ggf. zu tauschen

Ich stelle euch hier mein System vor und liste alle Komponenten, die benötigt werden, um ein Bier direkt aus dem Keg zu zapfen.

  1. Keg: Es gibt am Markt zwei Systeme. NC und CC, die ihren Ursprung im Grunde bei Coca-Cola und Pepsi haben. Ich habe mich für NC entschieden. Ein Keg fasst 18 bzw. 19 Liter und passt in der Regel in einen normalen Kühlschrank. Oben befinden sich zwei Ventile. Einmal „IN“ für die CO2 Leitung und einmal „OUT“ zum zapfen des Bieres. Auf die Ventile kommen Steckkupplungen, die man einfach nur aufdrückt. Einmal gemacht ist das System verstanden. Gebrauchte grosse Kegs kosten ca. 50€. Neu sind sie wesentlich teurer.
  2. Druckminderer: Mit dem Druckminderer reguliert ihr den Zufluss des CO2 in euer Bier. Der Druckminderer sollte eine Skala bis 3 bar haben. Diese Skale ist ausreichend, um euer Bier entsprechend zu karbonisieren. Wieviel bar ein Bier bei welcher Temperatur benötigt, kann man z.B. durch Kalkulatoren im Internet oder einfache Listen berechnen und ablesen. Klingt schwierig, ist aber sehr einfach. Ein Druckminderer kostet zwischen 50-75€.
  3. Kohlensäureflasche: Die Kohlensäureflasche gibt es in verschiedenen Grössen. Ich empfehle eine 2kg Version, die den enormen Vorteil hat, dass sie von alleine steht. Obwohl die Flasche alleine steht, sollte sie aber immer ausreichend gesichert werden! Die Flasche wird über einen Schlauch und einen Adapter mit dem Druckminderer verbunden. Es empfiehlt sich – vielleicht nicht direkt – immer eine Flasche in Reserve parat zu haben, um nicht plötzlich ohne CO2 da zu stehen. Eine neue 2kg CO2 Flache kostet ca. 60-80€. Das Befüllen der Flasche mit Lebensmittel-C02 ca. 20€. Mit dem Inhalt einer Flasche kann man gut ein halbes Jahr hinkommen.
  4. Schankhahn: Damit ihr euer Bier direkt aus dem Keg zapfen könnt, brauch es einen Zapfhahn. Der Hahn kommt mit einem Adapter direkt auf das Ventil „OUT“ und wird einfach aufgesteckt. Der Hahn sollte nach Gebrauch regelmüssig gespült und gereinigt werden. Der Aufwand dafür ist aber überschaubar. Ein einfacher Schankhahn mit Adapter kostet ca. 75€.
  5. Sonstiges: Wie oben aufgeführt braucht ihr einen Adapter zwischen Keg und Druckminderer und einen Schlauch für die Kohlensäure. Die Kosten liegen bei ca. 25€. 

Der Wechsel zum Keg mag auf den ersten Blick aufwendig und kompliziert sein. Hat man den Prozess aber einmal durchgespielt, ist es im Handling sehr einfach und die Zeitersparnis ist nicht zu unterschätzen. Eine Vielzahl an Videos im Netz helfen, um das Abfüllen in Kegs zu lernen und Fachhändler (im Internet) unterstützen euch bei der Zusammenstellung des Warenkorbs. 

Vielleicht gönnt sich der ein oder andere so ein Setup ja zu Weihnachten. 🙂

Umstieg auf KEGs

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6 Antworten zu Umstieg auf Keg Fässer

  1. Holger schreibt:

    Schöne Einleitung!
    Aber auch wenn die CO2 Flasche selbst steht, sollte sie trotzdem immer gesichert sein. Wenn sie ungünstig auf den Druckminderer fällt, ist das nicht spassig.

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  2. Eremit schreibt:

    Vielen Dank für die schöne Anleitung.
    Wie lange hält denn ein angebrochenes Fass? Oder ist das egal, da ja immer CO2-Druck anliegt?

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  3. Herb schreibt:

    Super Zusammenfassung – vielen Dank dafür. Hast du den Degen gekürzt, damit keine Hefesatz vom Boden ins Glas kommt? Karbonisierst du mit der gleichen Menge pro Liter, wie mit Flaschen?

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