Rezept Nr. 5: American Pale Ale

Das Standard Rezept der Brauanleitung ist im Grund schon ein Pale Ale. Diese Variante ist etwas detaillierter und trifft den Nerv eines American Pale Ale genauer. Hopfung und Bierfarbe sind intensiver und dunkler, so dass das Ergebnis auch mehr in Richtung kommerzieller Beispiele dieses Bierstils gehen wird.

Die Schüttung
Bei diesem Bierstil ist die Basis Pale Ale Malz. Wer möchte kann auch mal zu Marris Otter oder Wiener Malz greifen. Beides verändert das Aroma und die Bierfarbe dezent. Ergänzt wird die Schüttung lediglich mit dunklem Karamellmalz. Manchmal maische ich ein paar kernige Haferflocken (ca. 100g) mit ein. Das unterstützt die Schaumstabilität und macht das Bier etwas „cremiger“.

Die Hopfung
Ich empfehle wirklich die bekannten USA Sorten einmal als Single Hop zu testen. An erster Stelle natürlich Cascade, Simcoe und Amarillo. Aber auch Athanum, El Dorado, Lemondrop und Mosaic sind spannende Sorten. Mit einem Single Hop Pale Ale kann man sich die einzelnen Aromen einfach am besten aneignen. Für diesen Bierstil sind aber US Hopfensorten kein Muss. Fruchtige Sorten aus Neuseeland und Australien eigenen sich ebenfalls bestens.

Die Hefe
Ich nutze für diesen Bierstil nur noch die US-05 mit durchgängig guten Ergebnissen. Wer möchte, oder falls die Hefe mal vergriffen ist, kann gerne zur BRY-97 „West Coast“ greifen.

Was noch?
Wer möchte, kann dieses Bier gerne kalthopfen („stopfen“). Ich habe meine Pale Ale früher nie gestopft. Heute mache ich es hin und wieder gerne. Dezent ist dabei eine Kalthopfung von 2g/L. Nach oben ist die Skala natürlich offen. Das Stopfen bringt noch mehr Aroma, ist aber kein Muss. Durch die recht herbe Hopfung ist ein American Pale Ale ein idealer Begleiter zu intensiven und gut gewürzten Gerichten. Auf der einen Seite sind damit deftige und scharfe Gerichte gemeint. Gut gewürzte Spare Ribs zum Beispiel oder scharfe Chicken Wings. Auf der andere Seite passt ein Pale Ale prima zu scharfer Thai Küche. Zu einem Curry ist ein Pale Ale wie gemacht und kompensiert wunderbar die Komplexität der Gewürze. Natürlich passt ein Pale Ale aber auch prima zu Burger, Steak und Pizza.

Pale Ale selber brauen

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Rezept Nr. 5: American Pale Ale

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Rezept Nr. 4: Weizen hell

Mit dem folgenden Rezept könnt ihr Anhand der 25 Schritte der Brauanleitung ein helles Weizenbier brauen. Das Weizen ist ein seltener obergäriges Vertreter in Deutschland und erfreut sich hoher Beliebtheit. Ein Weizen ist ein gutes Bier für Brauanfänger, auch wenn man beim Läutern (Schritte 5-7) etwas geduldiger sein sollte. Dafür ist ein Weissbier recht schnell fertig und kann nach kurzer Reifung getrunken werden.

Die Schüttung
Ein Weizenbier sollte mindesten 50% Weizenmalz enthalten. Ich ergänze mein Weizen mit Pilsner Malz und ein wenig Karamellmalz für ein vollmundiges Aroma. Da Weizen im Gegensatz zu Gerste keine Spelzen besitzt, kann das Läutern etwas umständlicher sein. Hier hilft es, den Treber wie in Schritt 7 beschrieben ab und an etwas aufzuhacken.

Die Hopfung
Für diesen Bierstil bieten sich zwei Ansätze. Klassische Empfehlungen sind Hallertauer Tradition, Perle oder Saphir. Letzterer bringt eine frische und fruchtige Note ins Bier, die wirklich grandios ist. Ein Weizen kann aber durchaus auch extravagant gehopft werden. Ich habe sehr gute Ergebnisse mit Simcoe und Cascade gebraut. Neue deutsche „Flavour Hops“ wie Mandarina Bavaria oder Huell Melon sind ebenfalls geeignet. Eine „Nelson Sauvin Weisse“ ist ein Highlight, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

Die Hefe
Weizen und Trockenhefe ist eine schwierige Geschichte. Meine besten Ergebnisse konnte ich mit der Brewferm Blanche erzielen. Ansonsten empfehle ich für diesen Bierstil noch die „König Ludwig“ von der Malzwerkstatt und die Mangrove Jack’s M20 „Bavarian Wheat“. Wer lieber Flüssigseife nutzen möchte, ist mit der Wyeast 3068 bestens bedient.

Was noch?
Da ein Weizen per Definition trüb ist, kann ein Weizen nach einer kurzen Reifung von 2-3 Wochen durchaus schon verkostet werden. Als Erfrischung im Sommer ist ein Weizen perfekt. Darüber hinaus ist ein Weizen ein idealer Begleiter zu deftiger Küche mit Wurst oder gebratenem Fleischgerichten. Zu Salaten – insbesondere mit Lachs oder Spargel – passt ein Weizen jedoch ebenfalls prima.

Zusammenfassung & ZutatenWeizen selber brauen

 

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Rezept Nr. 4: Weizen hell

 

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11 Fragen an.. Ferdinand Laudage

In der neuen Rubrik „11 Fragen an..“ möchte ich in Zukunft regelmässig ein kleines Interview mit Experten, Brauern und interessanten „Bier Leuten“ machen. Den Anfang macht Ferdinand Laudage.

1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Mein Name ist Ferdinand Laudage, ich bin 36 und lebe in der ehemaligen Bierhauptstadt Deutschlands, Dortmund.

2. Wie bist du Hobbybrauer geworden?
Über den Männerabend-Podcast, der seit 2012 existiert und in dem ich zusammen mit ein Freunden regelmäßig Bier verkostet habe. Im Zuge dessen kam ich auch zum Bierbrauen in der heimischen Küche. Seit 2015 leite ich auch Brauseminare für mein Unternehmen, die Bieragentur Dortmund. Ich habe also mein Hobby zum Beruf gemacht.

3. Nach deinem ersten Buch für Brauanfänger ist nun ein zweiter Teil erschienen. Was kann der Leser diesmal erwarten?
In Band zwei findet der Heimbrauer Antworten auf Fragen, die mir Brauschüler und Leser des ersten Bandes nach ihren ersten Suden gestellt haben. Das zweite Buch bietet einen Einblick in viele unterschiedliche Themen und richtet sich an fortgeschrittene Heimbrauer.

4. In deinem neuen Buch nennst du Hopfen die „Seele des Bieres“. Welche Hopfensorten begeistern dich am meisten?
Ich stehe nicht unbedingt auf die vielfältigen Obstkorbaromen, da tut’s oft schon eine Grapefruit. Cascade mag ich daher sehr. Für mich darf’s auch gerne mal harzig sein. Columbus ist seit eh und je einer meiner Lieblingshopfen. Von den deutschen Sorten hatte ich bislang an Comet sehr viel Freude, aber auch klassiche Sorten wie Perle oder der Tettnanger verbraue ich gerne in meinen Bieren.

5. Die Rezepte in deinem neuen Buch sind etwas komplexer geworden. Diesmal kommen u.a. Gewürze und Früchte zum Einsatz. Gibt es für dich Grenzen, was die Zutatenliste angeht?
Ich bin da ziemlich offen und probiere gerne neue Zutaten aus. Solange diese natürlich sind, gibt’s meines Erachtens auch keinen Grund, sie nicht für ein Bier zu verwenden.

6. In deinem neuen Buch gibt es ein NEIPA Rezept, nach Saison und Session IPA ja der letzte große Trend. Was glaubst du wird der nächste große „Hypestil“.
Ich vermute, dass wir bald noch mehr Sauerbiere in den Regalen der Craft-Bier-Shops sehen werden, wenngleich diese Biere natürlich wenig massenkompatibel sind.

7. Du bist ja sehr umtriebig, was das Thema Bier angeht. Kommst du selber noch zum Brauen?
Ich braue ja jedes Wochenende in den Seminaren. Aber ab und zu möchte ich natürlich auch noch mal ausgefallene Rezepte ausprobieren. Dann wird neben der Büroarbeit auch mal schnell ein Bier gebraut. So viel Zeit wie früher, als das alles noch ein Hobby war, bleibt aber natürlich nicht mehr.

8. Du gibst regelmäßig Braukurse. Wie sind deine Erfahrungen mit Brauanfängern? Fangen alle direkt Feuer?
In meinen Seminaren frage ich anfänglich immer, wer denn schon plant, selbst ein Bier zu Hause zu brauen. Meistens sehe ich dann nur 2 bis 3 zaghafte Meldungen. Zum Ende hin sind es aber doch immer einige mehr, die direkt starten wollen. Sie sehen, dass das Bierbrauen kein Hexenwerk und einfacher als gedacht ist. Das perfekte Pils ist natürlich eine ganz andere Herausforderung, aber ein simples Pale Ale oder Weizenbier kann mit dem Basiswissen wirklich jeder brauen.

9. Vermehrt veranstalten Brauereien Wettbewerbe für Hobbybrauer und mit der HBCon kommt nun ein Wettbewerb aus der Szene. Wie siehst du diese Entwicklung und wie stehst du zu Wettbewerben?
Es freut mich, dass dieses schöne Hobby immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich denke, für jeden Heimbrauer ist es außerdem wertvoll, von Fachleuten ein Lob oder auch Verbesserungvorschläge zu bekommen. Auch wenn es nur ein Hobby ist, möchte man sich und seine Biere doch ständig verbessern. Das liegt in der Natur des Heimbrauers.

10. Man trifft dich ab und an auf Bierfestivals. Welche Rollen spielen Festivals für dich?
Leider nicht mehr so oft, wie früher noch. Das liegt vor allem daran, dass ich meist Kurse gebe, wenn irgendwo am Wochenende wieder ein Festival ansteht. Ein paar kleinere und gemütliche Veranstaltungen picke ich mir aber noch raus. Eine besondere Empfehlung ist auf jeden Fall die Lingener Bierkultur. Wer noch nicht da war, sollte da unbedingt mal vorbeischauen.

11. Welche drei Bierstile sollte jeder Hobbybrauer dringend in Angriff nehmen und als nächstes brauen?
Das ist ja immer eine Frage des Geschmacks. Ich trinke zum Beispiel in den kühleren Monaten lieber dunkle, malzaromatische Biere. Daher stehen bei mir gerade Altbier und Porter auf der Liste ganz oben. Wer noch schnell für Weihnachten das passende Bier sucht, dem empfehle ich ein Printen-Ale: Zusammen mit 5 Kilogramm Münchner Malz maische ich 1 Kilogramm Aachener Printen ein, 68-Grad-Kombirast. Mit einem würzigen Hopfen wie Perle bringe ich den Sud auf 20 IBU und bei der Gärung hilft die S-04. Das Ergebnis duftet herrlich nach Zimt, Nelken, Piment, Koriander sowie Sternanis und erfreut sich während der besinnlichen Tage immer großer Beliebtheit in meinem Freundes- und Bekanntenkreis.

Vielen Dank für deine Antworten!

Bücher von Ferdinand Laudage:

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