Rezept Nr. 9: Münchner Dunkel

Der Bierstil „Münchner Dunkel“ ist in Süddeutschland zu Hause. In Bayern und Franken zählt ein „Dunkles“ in der Regel zum Standard Repertoire einer Brauerei und hier finden wir auch die besten Vertreter dieser Stils. Malzig, leicht süsslich, vielleicht etwas brotig und abgerundet mit einer feinen Hopfennote. Dieser untergärige Stil ist ein Klassiker und auch für Anfänger mit etwas Erfahrung ist ein Münchner Dunkel keine unlösbare Aufgabe.

Die Schüttung
Die Basis in diesem Rezept für ein Münchner Dunkel ist Münchner Malz. Ein ordentlicher Malzkörper ist damit bereits gegeben. Um die Aromen noch etwas abzurunden, wird die Mischung mit Red X und Melanoidinmalz ergänzt. Wer kein Red X bekommt, kann dafür auch Special X einsetzen.

Die Hopfung
Selbstverständlich sind deutsche Hopfensorten bei diesem Stil die erste und richtige Wahl. Da ein Dunkles eher leicht gehopft ist, ist die genaue Sorte nicht so wichtig. Es eignen sich in jedem Fall Tettnanger, Spalter Select, Mittelfrüh, Hersbrucker und Perle. Der tschechische Saazer ist aber ebenfalls eine ausgesprochen gute Wahl.

Die Hefe
Erste Option, um das klassische Aroma für diesen Stil zu erzeugen, ist die Saflager W34/70. Falls diese grad vergriffen ist, könnt ihr die Mangrove Jack’s M76 „Bavarian Lager“ oder die Danstar Diamond Lager einsetzen. Da alle genannten Hefen untergärig sind, sollte die Gärung möglichst konstant bei 9-12 Grad erfolgen. Außerdem sollten 2 Päckchen eingesetzt werden.

Was noch?
Obwohl es sich beim Münchner Dunkel um ein untergäriges Bier handelt, kann dieser Stil anhand der 25 Schritte in der Brauanleitung gebraut werden. Lediglich die Schritte Haupt- und Nachgärung (18, 19 und 24) müssen eben kühl durchgeführt werden. Falls dazu die technischen Möglichkeiten fehlen, bietet es sich an, dies Stil eher in der kalten Jahreszeit zu brauen. Vielleicht gibt es dann in eurer Nähe einen Raum oder Keller, der die idealen Rahmenbedingungen zur untergärigen Vergärung und Reifung bietet. Bei der Reifung ist Geduld wichtig, denn nach 5-6 Wochen wird das Bier sicher erst richtig rund sein.

Zusammenfassung & Zutaten
Münchner Dunkel selber brauen

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Rezept Nr. 9: Münchner Dunkel

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Abfüllen mit der Dosierhilfe

DosierhilfeDas Abfüllen ist ein wichtiger Schritt, um ein eigenes Bier zu brauen und wird in der Brauanleitung ab Schritt 22 mit dem Umschlauchen beschrieben. Es gibt ein “kleines Helferlein”, das diesen Schritt – gerade für die ersten Sude – erheblich vereinfacht: Die Dosierhilfe!

Dabei handelt es sich um ein kleines Stück Kunststoff mit 3 unterschiedlichen Messlöffeln. Die einzelnen Messlöffel sind mit 0,75, 0,5 und 0,33 Liter gekennzeichnet. Füllt man die Messlöffel mit Trauben- und Haushaltszucker, so bekommt man genau die Menge, die für die jeweilige Flaschengrösse zur Karbonisierung notwendig ist. Der Löffel für 0,5 Liter bringt auf der Waage genau 4g, was den Angaben in der Brauanleitung mit 8g pro Liter entspricht.

Wenn man mit der Dosierhilfe abfüllt, entfällt das Umschlauchen (Schritt 22) und man kann direkt aus dem Gäreimer abfüllen. Im Detail sieht der Prozess dann wie folgt aus:

  1. Flaschen wie gewohnt reinigen und trocknen.
  2. Je nach Flaschengröße die entsprechende Menge Zucker in die Flaschen vorlegen (Damit der Zucker gut in die Flasche kommt, ist ein Trichter sehr hilfreich.)
  3. Bier aus dem Gäreimer in die Flaschen abfüllen (wie Schritt 23).
  4. Die Flaschen leicht schütteln, um den Zucker komplett aufzulösen.
  5. Mit Schritt 24 “Nachgärung” wie beschrieben fortfahren.

Ich fülle mein Bier mittlerweile zwar ausschließlich in Kegs ab, aber wenn ich ein paar Liter zu viel habe und diese in Flaschen packe, nutze ich gerne die Dosierhilfe, weil sie genau, einfach und sicher ist. In jedem Fall wird das Bier eine gute und ausreichende Menge an CO2 besitzen.

Die Dosierhilfe kostet knapp 1€ und ist in den gängigen Hobbybrauer-Shops verfügbar. Es ist also ein überschaubares Investment und trotzdem kann die Dosierhilfe eine grosse Hilfe sein. Probiert es einfach mal aus und vielleicht überzeugt es euch.

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11 Fragen an.. Bodo Wester

Bodo Wester1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Mein Name ist Bodo Wester, ich bin 46 Jahre alt, und wohne im Bergischen Land, mitten auf dem Kölsch/Alt Äquator.

2. Wie bist du Hobbybrauer geworden?
Das ist schon lange her. Anfang der 2000er merkte ich, dass dieses Kaufbier doch irgendwie alles gleich schmeckt, und habe vermehrt Bier aus kleinen Hausbrauereien getrunken. Das wurde auf die Dauer aber recht teuer, und da ich viel selber mache, habe ich mir dann den Hanghofer zugelegt und 2005 einfach mal mit dem brauen angefangen.

3. Wie sieht ein typischer Brautag bei dir aus? Hast du Rituale?
Einen typischen Brautag gibt es nicht. Ich überlege meist spontan (sehr zum Leidwesen meiner Frau) dass ich doch morgen brauen könnte. Morgen ist meist Sonntag, und da sind wir meist erst nach 12:00 mit dem Frühstück fertig, so dass ich erst gegen Nachmittag hektisch mit dem brauen anfange. Rituale habe ich nur, dass es kaum einen Brautag ohne Katastrophe gibt. Auch mit über 13 Jahren Erfahrung geht immer etwas schief. Beim letzten Mal habe ich den Gaskocher mit den Löchern nach unten eingebaut und wunderte mich, warum der nicht zündet.

4. Du bist der Mann hinter Hobbybrauer.de? Wie kam es dazu?
Das Forum habe ich vor einigen Jahren von Michael P. übernommen, da er keine Zeit mehr dazu hatte. Wir hatte das intensiv hinter den Linien (ich war damals schon Moderator) diskutiert aber keiner wollte den Job machen. Das Problem damals war, dass man als Forenbetreiber permanent mit einem Bein im Knast und mit dem anderen in der Falle der Abmahnindustrie steckte. Da ich jedoch mal beruflich was mit Recht zu tun hatte, hatte mich das nicht so verunsichert, und ich hab den Job übernommen.

5. Was unterscheidet das Forum z.B. von Gruppen auf Facebook?
Der Grundlegende Unterschied ist, dass wir sehr auf die Qualität der Beiträge achten. Wir werden deshalb auch öfter als hochnäsige Besserwisser bezeichnet, was uns nicht stört, denn im Mod Team sitzen gelernte sowie als auch studierte Brauer und die wissen es naturgemäß besser. Wenn dann jemand daherkommt und solange fragt bis er die Antwort bekommen möchte die er hören will, gibt es schon mal ein paar „besserwisserische“ Hinweise. Was da in den FB Gruppen von sog. Experten mit drei Suden auf dem Zettel geraten wird ist zum Teil echt hartes Zeug.

6. Manchmal wird im Forum heiß diskutiert. Wie organisiert ihr Admins euch im Hintergrund?
Wir habe da keine große Organisation. Irgendwer von uns ist immer online, und mit Jan der ja in den USA lebt, haben wir jetzt sogar die Nachtschicht abgedeckt. Wem als erster was auffällt, der steigt in die Bütt. Wobei ich mich da sehr zurückhalte und eher im Hintergrund aktiv bin.

7. Du gibst regelmässig Braukurse. Wie sind deine Erfahrungen mit Brauanfängern? Fangen alle direkt Feuer?
Die Braukurse sind echt immer lustig. Die Leute sind wissbegierig und machen immer toll mit. Ich habe auch schon Leute zwei Mal im Kurs gehabt, weil es Ihnen so viel Spaß gemacht hat. Neulich sagt mir eine Teilnehmerin, dass sei der beste VHS Kurs gewesen, den sie jemals gemacht hätte (und nein es war nicht ihr erster☺). Aus den Rückfragen per Mail oder Telefon weiß ich auch, dass einige tatsächlich mit dem brauen anfangen. Das freut mich dann immer am meisten.

8. Aus dem Forum heraus ist nun die Heimbrau Convention (HBCon) entstanden. Was muss man sich darunter vorstellen?
Die HBCon ist aus dem Wunsch heraus entstanden, eine Veranstaltung für alle Hobbybrauer aus DACH zu etablieren. Es gibt viele regionale Veranstaltungen, Treffen und Stammtische, jedoch nichts was sich explizit und überregional nur an Hobbybrauer richtet. Daher kam die Idee etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Das wichtigste dafür war für uns unabhängig zu sein (wie das Forum übrigens auch). Es gibt keinen Großsponsor wie eine Brauerei oder so etwas, die uns reinreden. Wir machen alles selber und hoffen auf eine schwarze Null. Die Veranstaltung legt den größten Wert auf das gemeinsame Kennenlernen untereinander und als zweites haben wir ein in Deutschland bislang einzigartiges Seminarprogramm zusammengestellt. So etwas hat es bisher noch nie gegeben.

9. Was erwartest du von der HBCon und wie soll es damit weiter gehen?
Das kann ich Dir gar nicht so genau sagen. Wir haben über 350 Leute, die wir für 2,5 Tage in einem alten Jagdschloss zusammenbringen und die ein gemeinsames Hobby verbindet. Es gibt Bier, Street Food, eine Messe mit allen Größen der Hobbybrauerwelt, eine mobile Brauerei die einen „Conventionsud“ fährt, eine Tombola mit tollen Preisen, einen BJCP Brauwettbewerb, wofür die Judges aus Amerika einfliegen und noch so viel mehr. Ich fühle mich wie mein 10-jähriger Sohn kurz vor der Bescherung. Aufgeregt, gespannt und auch ein bisschen besorgt ob auch alle Wünsche in Erfüllung gehen.

10. Ich weiss, dass du gerne mal ein Bierfestival besuchst. Welche Rollen spielen Festivals für dich?
Festivals nehme ich gerne mit, wenn es die Zeit zu lässt. Ich kenne da noch so einen Bekloppten mit dem im min. einmal im Jahr unterwegs bin. Der hat so eine Anleitung für angehende Hobbybrauer geschrieben 😉 Ich sterbe aber auch nicht, wenn ich mal nicht hinkann.

11. Abschließend die Frage nach deinem bisher besten selbtsgebrauten Bier. Kannst du das Rezept verraten?
Normalerweise veröffentliche ich meine Rezepte nicht, aber für die Brauanleitung mache ich mal eine Ausnahme. Es handelt sich um ein stilechtes Amerikan IPA in der Kategorie 21a der BJCP Richtlinien. Es zeichnet sich durch eine sehr gute drinkability aus, und ist nicht so stark wie die klassischen IPAs. Das kann man auch gut den ganzen Abend trinken.

Vielen Dank für deine Antworten!

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